Brauchtumsvereine in Mittelfranken

Allersberg

Die Allersberger Flecklashexen
Faschingskomitee Allersberg

Allersberg

Hexengruppe
Anima Veritatis

Seit drei Jahren gibt es in Allersberg die Brauchtumsgruppe „ANIMA VERITATIS“, was übersetzt „die Seele der Wahrheit“ heißt. Der Verein, mit Sitz in der Marktgemeinde Allersberg, hat zurzeit 17 aktive Mitglieder, darunter vier Jugendliche. Andreas Grzyb heißt der Präsident und Vorsitzende, der auch der Ideengeber von Anima Veritatis war. Etwas Neues ausprobieren wollte er nach seiner langen aktiven Zeit beim Faschingskomitee Allersberg und so wurde mit Gleichgesinnten die Hexengruppe Anima Veritatis erschaffen.

Die Mitglieder von Anima Veritatis kommen aus Allersberg, dem Landkreis Roth und dem Nürnberger Umland und waren zum Teil schon in anderen Brauchtumsgruppen aktiv. Ganz wichtig war es bei der Suche nach der passenden Figur, niemanden zu kopieren oder nachzuahmen. Anima Vertitatis orientiert sich mit ihren Gewändern an den Brauchtums- und Maskengruppen der alpenländischen Region und hat damit auch ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Gegend.

Seit vielen Jahren besteht ein Kontakt zu Brauchtumsgestalten in München, Österreich und Südtirol und so war es auch klar, dass bei der Gründung des Vereins diese Richtung eingeschlagen wurde. Die Gewänder bestehen aus verschiedenen Fellen, Leder, Fetzen, Federn und dem ein oder anderen Highlight wie Pferdeschweifen, Knochen und vielem mehr. Es gibt immer wieder etwas zu entdecken. Die aufwendige Maske ist ebenso Teil dieser kostspieligen Ausrüstung wie auch ein Besen, der nun einmal zu einer Hexe gehört. Eine Besonderheit sind auch die Schuhe und der Gürtel mit vielen Details. Es wird großer Wert auf jede Einzelheit gelegt.

Als Figur im Mittelpunkt des Vereins steht die Hexe, die auch die dunkle und düstere Seite repräsentiert. Die Gewänder aus Fell- und Lederfetzen verkörpern den Winter und das „Böse“. Die helle Maske, im Gegensatz dazu, symbolisiert den Frühling und das „Gute“, das über das Böse siegt und den Winter austreibt.

Aus den Tiefen der fränkischen Wälder finden sich die Hexen in der fünften Jahreszeit zusammen, um sich den Narren zu zeigen. Begleitet werden sie von großen, schwarzen Raben. Eines der Markenzeichen ist das schwarze Konfetti, welches auf den Umzügen ausgeworfen wird. Der erste öffentliche Auftritt von Anima Veritatis war im Jahr 2017 beim Brauchtumsumzug in Thalmässing. Seitdem sind die schaurigen Gestalten mit dabei bei den Brauchtums- und Faschings-Umzügen in der Region und sogar in der Schweiz. In erster Linie geht es darum, Freude, Spaß und etwas „Schrecken“ zu verbreiten.
Text: Udo Chocholaty

 

 

 

Großweingarten

Brombachseer Seenteufel
Brombachseer Seenteufel e.V.

Fränkisches Seenland

D´Faschingsmuffl
D´Faschingsmuffl e.V.

D‘Faschingsmuffl e. V. ist eine im Jahr 2016 gegründete Maskengruppe. Der Name D‘Faschingsmuffl ist daraus entstanden, dass der Gründer der Gruppe ein wirklicher Faschingsmuffel war. Andreas Pfeiffer aus Alfershausen, Gründer der Gruppe, konnte mit dem eigentlichen Fasching nichts anfangen. https://www.fastnacht-verband-franken.de/cms/Als er irgendwann einmal mit zum „Hummelremmidemmi“ nach Pleinfeld geschleift wurde, wie er selbst sagt, gefielen dem gelernten Zimmermann und Musiker auf Anhieb die Holzmasken und die Guggenmusik.

Gruselige Gestalten in Lumpen, deren Masken furchteinflößende Grimassen schneiden, ziehen brüllend und Peitschen knallend an Fasching durch die Straßen und Gassen und die Menge am Straßenrand johlt und jauchzt vor Vergnügen. In ihren Lumpenkitteln und geschnitzten Holzmasken ziehen sie in vielen Ortschaften bei Brauchtums- und Faschingsumzügen um die Häuser, dazu erklingt kreischende Guggenmusik. Mit ihren furchteinflößenden Gesichtern, dem imposanten Auftreten, dem lauten Geschrei, dem Peitschenknallen und der Guggenmusik soll der Winter ausgetrieben werden und auch böse Geister und Dämonen. Wenn Fasching, dann auf jeden Fall so, war die Vorstellung von Andreas Pfeiffer.

Es verging einige Zeit, bis die Idee in die Realität umgesetzt werden konnte. Am 01.01.2016 wurde die Gruppe D‘Faschingsmuffl von Andreas Pfeiffer ins Leben gerufen. Er wollte unbedingt in der bevorstehenden Faschingssession noch mit seiner neuen Maske auf ein paar Brauchtumszügen laufen, um für die angestrebte neue Gruppe zu werben und Mitglieder zu finden. Das erste Mal lief er beim Narrenbaum RambaZamba in Mitteleschenbach mit. Nach dem Umzug meldeten sich die ersten Interessenten, die in der neuen Maskengruppe mitmachen wollten. Inzwischen ist die Gruppe auf 22 Erwachsene angewachsen und sogar sieben Kinder sind mit dabei. Das „D“ beim Faschingsmuffl kommt aus dem fränkischen und bedeutet „der“ Faschingsmuffl, falls Andreas Pfeiffer keine Mitglieder gefunden hätte, jetzt aber bedeutet es „die“ Faschingsmuffl.

Was stellen D´Faschingsmuffl eigentlich dar? Die Figur und das Gewand stellen zum Teil Winter und Sommer dar. Das Schwarze, Düstere und die grimmige Maske stellen die dunklen, grimmig kalten Winternächte dar. Die Flammen symbolisieren den Sommer, der mit seiner ganzen Wärme den Winter vertreibt und das Grimmige zur Fröhlichkeit verwandelt. Mit seinem Besen kehren D´Faschingsmuffl den Rest des Winters und das Böse aus. D’Faschigsmuffl sind in Wirklichkeit keine Faschingsmuffel mehr!
Text: Udo Chocholaty – Infos und Textauszüge D´Faschingsmuffl e. V.

Thalmässing

Die Thalmässinger Faschingswächter
Faschingsfreunde Thalmässing

Thalmässing liegt am Rande des Naturparks Altmühltal, an der Grenze zum Fränkischen Seenland im Landkreis Roth. Eingebettet zwischen Ausläufern des Juramassivs und dem Berg Landeck, erstreckt sich am Lauf der Thalach der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde. Der Markt Thalmässing im heutigen Mittelfranken gehörte zum 1792 von Preußen erworbenen Fürstentum Ansbach, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Die Thalmässinger Faschingswächter wurden am 11.11.2011 als Teil der Thalmässinger Faschingsfreunde gegründet. Nach langer Vorbereitungszeit trafen sich 11 Faschingsbegeisterte um eine eigene Brauchtumsgruppe zu gründen. Als Brauchtumsfigur entschied man sich für den Wolf als Wächter und Beschützer.

Diesem liegt die Sage der weißen Frau vom Landeck zugrunde. Fast jedes Kind in Thalmässing kennt diese Sage, welche von einer weißen Frau handelt, die ein weißes Gewand trägt und weiße Haare hat. Sie streift in kalten Winternächten bei Vollmond zwischen der ehemaligen Burg Landeck und dem naheliegenden Land um Stauf durch die Wälder und treibt dort ihr Unwesen. Begleitet wird sie dabei stets von ihren Wölfen. Die Thalmässinger Faschingswächter haben sich zur Aufgabe gemacht, den Fasching zu beschützen und zu bewahren. Dieser lag vor einigen Jahren in Thalmässing sprichwörtlich am Boden, bis zur Entscheidung den Faschingsumzug auf Samstag zu verlegen. Durch den unermüdlichen Einsatz weniger Idealisten hat sich der jetzt sehenswerte Umzug mit über 60 Gruppen entwickelt. So wie die Wölfe auf die weiße Frau achten, haben die Faschingswächter ein wachsames Auge auf das Faschingsgeschehen in Thalmässing.

Der Schlachtruf der Faschingswächter lautet deshalb auf ein lautes, dreifaches: „Wächter – pass auf!“ Aus den anfangs 11 Gründungsmitgliedern ist mittlerweile eine Gruppe von über 20 aktiven Maskenträgern geworden. Jeder führt an Umzügen eine selbstgebaute und individuell gestaltete Teufelsgeige mit sich, von klein und leicht bis zu lebensgroß und mächtig. Mit Schellen, Rasseln und Trommeln wird laut und kräftig auf sich aufmerksam gemacht.
Text: Udo Chocholaty – Infos und Textauszüge –Thalmässinger Faschingswächter

Hilpoltstein

Hilpoltsteiner Flecklasmänner
Hilpoltsteiner Flecklasmänner e.V.

Hilpoltstein ist eine Stadt, gelegen im südöstlichen Teil Mittelfrankens, und gehört zum Landkreis Roth. Hilpoltstein liegt etwa 30 Kilometer südlich von Nürnberg unweit des Rothsees im Fränkischen Seenland. Die Anfänge der Stadt und der Burg Hilpoltstein reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1354 wurden Hilpoltstein die Stadtrechte verliehen. In Hilpoltstein hat sich im Jahr 2007 ein Verein gegründet mit dem Namen „Hilpoltsteiner Flecklasmänner e. V.“. Die Vereinsmitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, das Brauchtum „Flecklasmo laufen“ wieder in seiner ursprünglichen Form in Hilpoltstein aufleben zu lassen.

Jeder Hilpoltsteiner kann dabei mitmachen, egal ob er im Verein Mitglied ist oder nicht – wer laufen will, darf es. Am „Unsinnigen Donnerstag“ oder bei sonstigen Brauchtumsumzügen sind sie unterwegs, die Flecklasmänner. Die alteingesessenen Hilpoltsteiner erinnern sich gewiss noch daran, wie an jedem „Unsinnigen Donnerstag“ die Flecklasmänner am Marktplatz ihr Unwesen trieben. Dabei liefen sie Peitsche knallend von Gasthaus zu Gasthaus, um dort ihren Lohn für das Winteraustreiben in Form von Bier und Essen zu erhalten.

Waren es viele Flecklasmänner, ging es den Leuten schlecht und sie sicherten sich damit ein Essen. Wenn jedoch wenige Flecklasmänner liefen, war genug Nahrung vorhanden. Die Kinder machten sich einen Spaß daraus und riefen den Flecklasmännern einen Spruch hinterher, daraufhin wurde der Flecklasmo natürlich sauer und rannte ihnen Peitsche knallend hinterher. Die Kirchentreppen dienten den Kindern dazu, sich auszuruhen, denn der Flecklasmo darf und durfte die Treppen nicht besteigen. Das Winteraustreiben ist ein Heidnischer Brauch und wurde deshalb von der Kirche verboten. Nach 222 Jahren erstmals wieder, nach dem Verbot des Bistums Eichstätt von 1793, lief beim 1. Brauchtumsumzug in Hilpoltstein, am 18. Januar 2015 wieder ein Strohbär (Löll) mit, der den Winter symbolisiert. Die Hilpoltsteiner Flecklasmänner haben auch einen Schlachtruf, der lautet „Hip Hip Hurra!“.

Die Flecklasmänner werden beim Laufen traditionell mit Reimen aus der Bevölkerung begleitet. „Flecklasmo, hast Klamperla dro, hast all derfrorn, bist bucklert worn. Gänskrong, Saumogn, derf ma nimmer song.“ Die Hilpoltsteiner Flecklasmänner tragen eine in weiß gehaltene Maske, auf ihren Gewändern haben sie rote Rauten. Bis zu 2000 Stück nähen die Mitglieder des Brauchtumsvereins selbst auf jedes ihrer Kostüme. Die Rauten waren früher ein Symbol für den Frühling. Aber auch Fleckengewänder aus Stofffetzen findet man bei den Hilpoltsteinern. Der Brauchtumsverein „Hilpoltsteiner Flecklasmänner e. V.“ ist bemüht, die Tradition an künftige Generationen weiterzugeben.
Text: Udo Chocholaty – Infos und Textauszüge Hilpoltsteiner Flecklasmänner e. V.

Greding

Pumpernickel
Faschingsverein Gredonia

Inmitten des Naturparks Altmühltal und des Fränkischen Seenlandes, im Landkreis Roth findet man die Großgemeinde Greding, mit ihren insgesamt 23 Ortsteilen. Greding liegt im Tal der Schwarzach, einem Nebenfluss der Altmühl. Sie ist die südöstlichste Gemeinde Mittelfrankens und grenzt direkt an Oberbayern und die Oberpfalz.

Die Stadt Greding blickt stolz auf eine mehr als 900-jährige Geschichte zurück und wurde erstmals im Jahr 1091 in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV erwähnt, der den Ort den Bischöfen zu Eichstätt übergab.

Nun zum Pumpernickel, zur Brauchtumsfigur dem „Gredinger Pumpernickel“. Diese vergessene Brauchtumsgestalt soll es bereits im 17. Jahrhundert gegeben haben. Der heutige Gredinger Pumpernickel geht auf eine Jahrhunderte alte Brauchtumsfigur zurück. Da es, bis auf eine vage Beschreibung, keine historischen Kostüme gibt, sind Gewand und Masken an Brauchtumsfiguren aus dem Altmühltal angelehnt. Im ersten Moment würde man an Schwarzbrot denken, aber das Wort „Pumpern“ bedeutet Lärmen oder Krach machen. Der Nickel ist ein Spaßvogel oder auch Schelm.

Die Brauchtumsgruppe Gredinger Pumpernickel wurde im Jahr 2010 wieder ins Leben gerufen und gehört dem Faschingsverein Gredonia an. Die Nickel waren seit vielen Jahrzehnten von der Bildfläche verschwunden und es konnte sich keiner mehr so richtig an sie erinnern. Von einem Bucheintrag über die Gredinger Stadtgeschichte wurde man auf die Pumpernickel wieder aufmerksam.

Er trägt ein Kostüm aus Sackleinen. Darauf werden grüne und rote Filzstreifen, sowie ein blaues Samtband, die Goldborte und etwa 200 Glöckchen aufgenäht. Den größten Zeitaufwand erfordert die handgeknüpfte rote Wollborte, pro Kostüm etwa 40 Meter. Zum Schluss wird die handgeschnitzte und handbemalte Maske eingenäht und der Schellenbaum aufgesetzt. Natürlich gehört zu jedem Pumpernickel auch eine Goaßl (kurz gestielte Peitsche mit lang gedrehter Schnur).

Im Mittelpunkt steht der schwarze Nickel, der mit seiner Teufelsgeige sein Unwesen treibt. Spaß bei den Umzügen haben vor allem die Kinder, denn der Nickel verteilt oft Süßigkeiten und Brezen. Mit dem Schnalzen will der Nickel Aufmerksamkeit erregen, aber überliefert ist auch, dass man damit den Winter austreiben und das Erwachen der Lebenskräfte erwirken will. An zahlreichen Faschings- und Brauchtumsumzügen, auch über Franken hinaus, nehmen die Pumpernickel jedes Jahr teil. Ein ganz besonderes Highlight in der Vereinsgeschichte für die Gredinger Pumpernickel ist die Teilnahme bei „Fastnacht in Franken“ in Veitshöchheim. Mit vier Pumpernickeln waren die Gredinger in der letzten Fernsehsendung dabei.
Text: Udo Chocholaty – Infos und Textauszüge von der Homepage der Stadt Greding, von Stefan König Oberpumpernickel

Schopfloch

Drudenzug
Komitee Drudenzug Schopfloch

Der Markt Schopfloch liegt an der Romantischen Straße zwischen den Städten Feuchtwangen und Dinkelsbühl in einer von Wiesen und Wäldern umgebenen Landschaft an einem nach Westen abfallenden Talhang der Wörnitz. Der Markt gehört zum Landkreis Ansbach und liegt im westlichen Grenzbereich Mittelfrankens. Es sind nur wenige Kilometer bis zum baden-württembergischen Landkreis Schwäbisch Hall. Schopfloch ist traditionell eine fränkische Fastnachtshochburg und hat eine uralte Fastnachtstradition, den Drudenzug oder das Drudenauspeitschen.

Laut Überlieferung geht der Drudenzug auf heidnische Zeiten zurück. Über viele Generationen wurde dieses Brauchtum bis in die heutige Zeit weitergetragen. Der Drudenzug hat sich in seiner Form bis heute erhalten. Ein besonderer Publikumsmagnet sind auch die jährlichen Sitzungen der Fastnachtsgesellschaft Medine e. V.

Der Begriff Medine ist aus Schopflochs sogenannter Geheimsprache „Lachoudisch“ entnommen und bedeutet „Heimat“. Die Gemeinde Schopfloch hat eine jüdische Geschichte, die heute noch lebendig ist. Zu den Spuren jüdischen Lebens gehört das sogenannte „Lachoudisch“, manchmal auch Schopflochs „Geheimsprache” genannt. Sie ist eine Mischung aus Hebräisch, Rotwelsch und eigenen Wortschöpfungen. Die Schopflocher Druden und die Drudenpeitscher sind organisiert im „Komitee Drudenzug“ der sich wie der Name schon aussagt um die Organisation des Drudenumzuges kümmert. Was ist die Drude, eine Drude ist ein Wesen des Volksglaubens, welches sich nachts auf die Brust von Schlafenden setzt und Alpträume sowie Beklemmung und Atemnot verursacht. Druden sind hässlich und alt, es sind überwiegend Frauen, die dazu verdammt sind, sich jede Nacht ein Opfer zum Drücken suchen zu müssen. Dazu löst sich ihre Seele vom Körper, kann als Geist durch kleinste Spalten und Schlüssellöcher in ein Zimmer dringen und dann in verschiedener Gestalt erscheinen.

Die Schopflocher Druden symbolisieren seit Generationen die Wintergeister und werden von den Drudenpeitschern in ihren weißen Anzügen mit roter Schärpe, rotem Barett und langen geflochtenen Peitschenaus dem Ort getrieben, damit das Frühjahr Einzug halten kann.
Text: Udo Chocholaty

Dinkelsbühl

Reichsstadthexen
Narrenzunft Reichsstadthexen Dinkelsbühl e.V.

Spalt

Spalter Hopfn´Hex
Karnevalsgesellschaft Spalt e.V.

Die Stadt Spalt liegt zwischen Nürnberg, Ansbach und Treuchtlingen im Norden des Fränkischen Seenlandes. Spalt ist nicht nur bekannt durch seinen Hopfenanbau, denn hier wird die älteste Kultursorte der Spalter, ein hochfeiner Edelaromahopfen, angebaut. Spalt ist auch weit über seine Grenzen hinaus bekannt durch sein Brauchtum.

Im Jahr 2018 fand in Spalt das 24. BDK Freundschaftstreffen mit Narrenbaum, Narrendorf, Narrenmesse, Sternenmarsch und großem Brauchtumsumzug statt, an dem 80 Gruppen aus ganz Süddeutschland teilnahmen. Spalt bekannt gemacht haben auch die Spalter Fleckli. Sie gehören zur Spalter Karnevalsgesellschaft der KG Spalt e.V., die seit 1957 besteht. Teil der KG Spalt ist auch die Orginal Spalter Hopfn´Hex. Der Ursprung, also der Name und die Figur der Orginal Spalter Hopfn`Hex stammt aus der Zeit, als in Spalt fast ausschließlich Hopfen angebaut wurde. Am Ende der Hopfenernte wurde auf einer Stange, für alle sichtbar, eine Strohpuppe, die sogenannte Hopfendurl, mitgeführt und ausgelassen der Niederfall gefeiert. Diese Figur war die Grundlage, im Jahr 2002 eine Maske aus einem Lindenholzblock entstehen zu lassen.

Das Gesicht sollte dämonisch und furchteinflößend wirken. Mit einer schiefen Nase, tiefen Gesichtsfurchen und Warzen schaut sie wie eine Hexe aus. Sie wird in den Hopfenfarben grün und gelb gehalten. Bis heute sind etwa fünfzig Hopfn´ Hexen Masken geschnitzt worden. Zum 50-jährigen Gründungsfest der KaGe Spalt 2007 wurde diese Maske zum ersten Mal vorgestellt. Zum Fasching 2008 erhielt die Maske ein eigenes Gewand, das am Rosenmontag 2008 vorgestellt wurde. 2012 wurde die Hopfn´hex in Nürnberg bei einem Faschingsnachmittag des Schlesierbundes Nürnberg mit der KaGe Spalt präsentiert. Dort funkte es in einigen Frauenköpfen und so hat sich 2013 eine Tanzgruppe gebildet: „Die Orginal Spalter Hopfn´Hexn“. Anzutreffen sind sie bei Auftritten und Brauchtumsumzügen in und um Mittelfranken und selbstverständlich bei den Veranstaltungen der KaGe Spalt e.V.
Text: Udo Chocholaty

Pleinfeld

Hummel
Pleinfelder Hummel e.V.

Pleinfeld liegt im Norden des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen in Westmittelfranken, etwa 45 Kilometer südlich von Nürnberg und rund 8 Kilometer nördlich von Weißenburg, direkt am Großen Brombachsee und mitten im Erholungsgebiet Fränkisches Seenland. Der Name Hummel hat übrigens mit dem gleichnamigen friedfertigen Insekt nichts zu tun. Vielmehr lässt er sich ableiten von der fränkischen Dialektbezeichnung eines stürmischen Stiers oder Jungbullen – das soll auch manchmal das wilde Verhalten der Maskenträger erklären. Brauchtumsforschern zufolge dürfte der Pleinfelder Hummel ca. 200 bis 250 Jahre alt sein. Der „Hummel“ ist in Pleinfeld eine Traditionsfigur.

Das schwarze Holzgesicht mit seinen Augenbrauen, der wuchtigen Nase, dem mächtigen Schnauzbart und dem nach unten gezogenen Mund sieht furchterregend aus. Der Mund ist geöffnet und lässt die beiden Zahnreihen sichtbar werden. Die Wangen und der Mund sind rot, Augenbrauen, Augenlider und der Bart ockerfarben bzw. gelb, die Augäpfel und die Zähne weiß bemalt. Der Hummel trieb mit seiner Fuhrmannpeitsche den Winter in Gestalt eines Strohbären über die Gemeindegrenze hinaus. Aus diesem Strohbären, einem in Stroh gehüllten Menschen, entwickelte sich die zweite Gestalt, der „Hörnerbock“. Der sogenannte „Hörnerbock“, eine weitere Maske ist vermutlich eine Sonderform der Hummelmaske. Ihr zorniger Ausdruck wird erreicht durch die steile Falte auf der Stirn, durch die tiefliegenden Augen und die weiter herabgezogenen Mundwinkel. Zwei kurze „Teufelshörner“ zieren die Stirnpartie.

Der finstere Gesichtsausdruck wird durch einen Backen- und Kinnbart verstärkt. Die Holzmaske ist fleischfarben bemalt. Die Augenbrauen dunkelbraun, die Lippen in rot und die Zähne in weiß gefasst. Beide Gestalten tragen ein Gewand aus Sackrupfen, das mit bunten Flicken, Flecken oder Stoffresten verziert ist. Schriftlich erwähnt wurde die Figur der „Hummel“ erstmalig im Jahre 1864. Beim ursprünglich heidnischen Brauch des Winteraustreibens trieb der Hummel mit seiner Fuhrmannspeitsche

den Winter aus. Somit hat dieser Brauch, wie viele andere alemannische und alpenländische Fastnachtbräuche auch, seinen Ursprung im Winteraustreiben. Im Laufe der Jahre entwickelte sich dieses Austreiben des Winters immer mehr zu einem Faschingstreiben. Bis zur Mitte der siebziger Jahre gab es in Pleinfeld dieses Faschingstreiben.

Erst im Jahr 1993 wurde der Brauch wiederbelebt. Einige Pleinfelder fertigten sich nicht nur eine Maske nach alten Mustern sondern auch einen „Hummelanzug“ an und nahmen 1996 erstmals wieder an einem Faschingsumzug teil. Dabei fanden sie ein reges Interesse und haben bis heute ihre geheimnisvolle Faszination nicht verloren. Mittlerweile sind die Pleinfelder Hummel ein eingetragener Verein mit 140 Mitgliedern und davon ca. 70 begeisterte aktive Mitglieder. Alljährlich findet ein großes „Hummelremmidemmi“ statt, an dem viele befreundete Brauchtumsgruppen teilnehmen. Der Schlachtruf der Pleinfelder Hummel lautet: „Hummel hau hi!“.
Text: Udo Chocholaty - Infos und Textauszüge von der Homepage der Pleinfelder Hummel e.V.

Spalt

Spalter Fleckli
Karnevalsgesellschaft Spalt e.V.

Wenn auch nicht ganz erhellt ist, woher die Spalter Flecklasmänner kommen, so können wir davon ausgehen, dass diese und das Brauchtum um sie sehr alt sind und vermutlich auf die Ursprünge zurückgehen (Winteraustreibung, Dämonenaustreibung, usw.).

Erstmals zum Unsinnigen Donnerstag sind die Spalter Fleckli von Wirtschaft zu Wirtschaft ziehend unterwegs. Der Name bezieht sich auf die Maskentracht, die aus groben Sackleinen gefertigt ist. Am ganzen Gewand sind kleine, rautenförmige Stoffreste (Fleckli) angenäht, die zu abwechselnd schwarzen und roten Reihen senkrecht angeordnet sind. Auf dem hinteren Teil (Rücken) prangt meist ein Herz; später inmitten des Herzchens das Stadtwappen mit Jahreszahlen.

Eine aus einem Stück geschnitzte, dunkel gefärbte und bemalene Holzmaske (Lindenholz) an der ein kapuzenförmiger Überwurf befestigt ist, hüllt den Kopf ein und wirkt durch die unheimlichen Züge besonders auf die Kinder „dämonisch“! Der zur Ausrüstung gehörige Birkenreisigbesen unterstreicht die Erinnerung an die Geister und Spukgestalten. Zwischen den „Fleckli“

(Mehrzahl für Fleckla) und der Jugend hat sich ein Neck- und Versteckspiel herausgebildet.

Die Kinder reizen aus respektvoller Entfernung die Fleckli mit handfesten Schimpfnamen und Neck-Versen, so z.B. „Fleckla, Fleckla hast am Arsch a Dreckla! Drecksau, Lumperdurl, hast Dein alten Ruuk verlurn“. (Dialekt)

Die Fleckli stürzen sich dann mit ihren Besen auf die Kinder, diese reißen aus und beginnen aus sicherer Entfernung erneut das Spiel. Die älteren Fleckli hatten auf dem Besenstiel frische Brezen aufgespießt. Kam dann ein hübsches Mädchen vorbei, bekam diese dann eine Breze. In der KaGe Spalt hat sich eine Tanzgruppe von Spalter Fleckli gegründet. Sie besteht jetzt seit mehr als 25 Jahren. Die Tänze werden auf Veranstaltungen zum Besten gegeben und befreundete Gesellschaften buchen die Spalter Fleckli für ihre Sitzungen.
Text: Otto Hausmann von der Homepage der KaGe Spalt mit Auszügen von Altbürgermeister und Ehrensenator Anton Forster

Mitteleschenbach

Woldschebberer
Mitteleschenbacher Woldschebberer

Im südwestlichen Mittelfranken, am Rande des Fränkischen Seenlandes, liegt das Dorf Mitteleschenbach in einer wunderschönen Mischwaldlandschaft, dem sagenumwobenen Mönchswald. Der Name Mönchswald leitet sich von den Heilsbronner Zisterziensermönchen ab, die hier ausgedehnte Besitzungen hatten. Der noch junge Verein, die „Mitteleschenbacher Woldschebberer e. V.“, wurde im Jahr 2013 gegründet. Er will das Brauchtum des Maskenlaufens neu beleben. Bereits in früheren Zeiten, so die Überlieferung, gab es in Mitteleschenbach eine Gruppe, die mit ihren zotteligen Vollmasken und Jutegewändern durch die Straßen Mitteleschenbachs zog, Das Maskenlaufen hat demnach in Mitteleschenbach eine alte Geschichte. Der Verein hat zwischenzeitlich 119 Mitglieder wovon etwa 50 aktive Maskenläufer sind.

Angelehnt an eine alte Sage und den Mönchswald wurden die Masken mit den dazugehörigen Gewändern entworfen, in Handarbeit von einigen Vereinsmitgliedern geschaffen. Es entstanden fünf Maskenarten und Figuren mit den dazugehörigen Gewändern: Der Bauer als Einzelfigur, die Schebberer, die Woldgeischder, die Woldfee mit einer Frauenglattmaske und der Woldmensch mit einer menschenähnlichen Dämonenmaske. Woldmensch und Woldgeischder haben eine Narrenpritsche dabei,

die Woldfee einen Stab. Die Gewänder sind aus Sackleinen, mit Samtborden, Fell und verschiedenen Filzblättern geschmückt. Der Ursprung der Mitteleschenbacher Woldschebberer beruht auf einer alten Dorfsage, die schon über Generationen weiter erzählt wird und im Heimatbuch niedergeschrieben steht. Es ist die Sage vom Hexenschemel. Hier ein Auszug daraus: „Ein Bauer besaß in jungen Jahren einen Schemel aus neunerlei Holz, solche Schemel wurden Teufels- oder Hexenschemel genannt. Von vorwitzigen Kameraden angestachelt, beschloss er eines Tages, die Hexen zu schauen. Gegen Mitternacht begab er sich mit dem Schemel ins untere Dorf, stellte ihn mitten auf die Kreuzung beim Eschenbach und kniete darauf nieder. Einige mutige Burschen, die ihn begleitet hatten, waren halb neugierig, halb ängstlich auf die kommenden Ereignisse. Als die Turmuhr Mitternacht schlug, pfiff und heulte ein wilder Sturm über die Dächer und die Brücke begann zu beben und ein unheimliches Wimmern und Stöhnen drang vom Bach her. Kreidebleich liefen die Burschen, so schnell sie konnten zum Lederer-Wirt. Der Hexenschauer aber harrte zitternd auf seinem Schemel aus und was er nun erblickte, ließ ihm die Haare zu Berge stehen; ein furchterregender Geisterzug brauste durch die Lüfte über ihn hinweg. Er sah den neunmal geschwänzten Teufel, im Gefolge der Dorfhexen, die ihn angriffen und mit ihren blanken Fäusten bedrohten, dann noch viele böse, aber auch gute Geister.

Er wurde abwechselnd bleich und rot. Das Herz pochte ihm bis zum Hals hinauf, aber er konnte und durfte sich nicht von der Stelle rühren, sonst hätten ihn die Hexen zerrissen. Als endlich der absonderliche Zug vorüber war, hastete er zitternd zum Wirt, seinem Bruder, hinauf und spülte all den ausgestandenen Schrecken und alle Ängste mit Bier hinab.“ Alle zwei Jahre wird diese Sage an der Woldschebberer Fosnocht in Mitteleschenbach nach einem vorausgegangenen Brauchtumszug am Dorfplatz aufgeführt.
Text: Udo Chocholaty – Infos und Textauszüge  von der Homepage der Gemeinde Mitteleschenbach, von Andreas Sixtbauer,
2.Vorstand Mitteleschenbacher Woldschebberer

 

 

Mitteleschenbach

Mönchswaldfüchse
Karnevalsclub Mönchswaldfüchse e.V.

Am Rande des Fränkischen Seenlandes liegt das Dorf Mitteleschenbach in einer wunderschönen Mischwaldlandschaft, dem Mönchswald. Der sagenumwobene Mönchswald zählt zu den größten geschlossenen Waldgebieten im südwestlichen Mittelfranken. Der Name Mönchswald leitet sich von den Heilsbronner Zisterziensermönchen ab, die hier ausgedehnte Besitzungen hatten. Der erste urkundlich genannte Grundherr des Dorfes im Jahre 1157 war der Bischof von Eichstätt. Deshalb führt die Gemeinde den gelben Bischofstab auf roten Hintergrund im Gemeindewappen.

Im Jahre 1530 erscheint an verschiedenen Stellen der Vergangenheit Mitteleschenbachs der Ritter Conrad von Rechenberg, worauf sich die zweite Hälfte des Wappens bezieht – den gelben Rechen. Neben den Grundherren mussten die Mitteleschenbacher Bauern auch noch mit den listigen Bewohnern des Waldes, den Füchsen, leben. Nicht nur Bischof und Ritter forderten zu der Zeit von den Bauern den zehnten Teil von Ernte und Vieh, sondern auch der schlaue Fuchs vom Mönchswald.

Aus dieser Historie heraus hatten 1969 die Gründungsväter des Faschingsvereins den Fuchs für ihr Vereinswappen gewählt. Im Frühjahr 2009 wurde die Fasnachtsfigur des Mitteleschenbacher Mönchswaldfuchses entworfen. Die aus Lindenholz handgeschnitzte Fuchsmaske gleicht einem schlauen, listig dreinschauenden Fuchs mit rot-braunem Gesicht und grau-weißer Schnauze. Die Kopfhaube aus echten Fuchsfellen, die mit den Läufen bis unter die Brust des Trägers fallen, umrahmt die Maske. Die farbige Gestaltung des Häses (Gewand) wurde in Anlehnung an die beschriebene Geschichte der Gemeinde Mitteleschenbach ausgeführt. Die Jacke des Fuchses ist aus feuerrotem Baumwollstoff, vorne mit 5 rot-braunen Knöpfen bestückt, sowie an den Ärmeln mit zwei Knöpfen. Am linken Oberarm ist das Vereinswappen angeordnet. Über der Brust und am Rücken ist die Jacke in Falten gelegt und mit bunten Flecken besetzt (weiß-beige-schwarz), welche das Fuchsfell verkörpern. Abgerundet wird das Oberteil mit einem schwarzen Ledergürtel, an dem sich fünf Schellen in drei verschiedenen Größen befinden. Dadurch kann man den ansonsten schleichenden Fuchs auch beim Herumtollen akustisch wahrnehmen. Fünf Narrenschellen deswegen, weil sie die 5. Jahreszeit symbolisieren sowie die Narrenfreiheit. Ein besonderes Merkmal stellt die gelb-rote Ledertasche mit dem Gemeindewappen dar, welche am Gürtel befestigt ist. Zusammen mit dem roten Oberteil finden sich hier die Gemeindefarben wieder. Die Tasche symbolisiert den Zehnt-Speicher von damals. Als Kontrastfarbe zu der roten Jacke trägt man eine schwarze, seitlich mit Flecken besetzte Baumwolle-Hose, schwarze Lederschuhe und schwarze Handschuhe. In der Hand hält der Fuchs eine Astgabel aus einem gelb-rot bemalten Haselnussstock, an dem zwei Fuchsschwänze befestigt sind. Der Stock versinnbildlicht die gesamte Historie der Gemeinde Mitteleschenbachs, der Holzstab steht für den Mönchswald, die Astgabel für Bischofsstab und Rechen vom Gemeindewappen, die Fuchsschwänze für die Mönchswaldfüchse und die farbliche Gestaltung für die Gemeindefarben. So verkörpert die Brauchtumsfigur sowohl die Geschichte des Fastnachtvereins als auch die der Gemeinde Mitteleschenbach. In der Brauchtumsgruppe des Karnevalsclub Mönchswaldfüchse e. V. gibt es zurzeit 22 Maskenträger, die an Umzügen teilnehmen sowie auch die vereinsinternen Veranstaltungen unterstützen. Das Aufstellen ihres Narrenbaumes ist für die Brauchtumsgruppe der jährliche Höhepunkt. Umrahmt wird die Veranstaltung von einem Umzug mit Guggenmusik und befreundeten Brauchtumsgruppen. Der Schlachtruf der Mönchswaldfüchse lautet: „Fuchs … nemms miiet !“ (nahm´s mit).
Text: Udo Chocholaty – Infos und Textauszüge von der Homepage des Karnevalsclub Mönchswaldfüchse e.V.

Kipfenberg

Die Fasenickl
Kulturverein "Die Fasenickl e.V."

Till von Franken

Entstanden aus dem Maskenschnitzkurs in Spalt.
Fastnacht-Verband Franken e.V.