Interessantes zur TV-Veranstaltung “Fastnacht in Franken” und wie sie ins Fernsehen (BR 3) kam!
Verfasserin: Waltraud Güttner (2006)
Albert Ehrhardt, Präsident der Fastnacht-Verbandes Franken e.V. von 1976 bis 1991, hatte schon lange die Vision, unser Brauchtum, den Fasching, über den Bayerischen Rundfunk (BR) einem grösseren Publikum bekannt zu machen. Über die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg hatte er die Möglichkeit, gewissen Einfluss auf den Rundfunkrat zu nehmen. Mit Zustimmung des geschäftsführenden Präsidiums des FVF fuhr Albert Ehrhardt mehrfach nach München zum BR. Als die Vorstellungen einer Fernsehsitzung konkreter wurden, fuhren auch Vizepräsident Kurt Braun und der Schatzmeister des FVF Walter Röder mit ihm nach München. Nach der Zustimmung des BR wurde als Termin der ersten Sitzung der 21. Februar 1987 festgelegt.
Dem geschäftsführenden Präsidium des FVF schwebte damals vor, diese Sendungen, wie auch die fränkischen Gardetanzturniere reihum in Ober-, Mittel- und Unterfranken stattfinden zu lassen. Alle Beteiligten waren sich darüber im Klaren, eine Halle zu wählen, die für 500 bis 600 Zuschauer Platz bot, um auch die nötige Fastnachtstimmung in den Veranstaltungssaal zu bringen. Hier bot sich fernsehgerecht die Mehrzweckhalle in Lichtenfels an.
Um dieses Projekt auch steuerlich einwandfrei durchziehen zu können, wurde am 07. April 1986 in Kitzingen die “Veranstaltungsgesellschaft e.V.” gegründet. Gründungsmitglieder waren Albert Ehrhardt (Nürnberg), Kurt Braun (Kitzingen), Walter Röder (Herzogenaurach), Heiner Simon (Würzburg), Dr. Nikolaus Sidorenko (Goldkronach), Georg Holzheimer (Würzburg), Felicitas Walter (Rimpar), Jupp Sünnecke (Bad Neustadt), Willi Trump (Neustadt/Aisch), Waltraud und Klaus Güttner (Schwaig). Diese Gesellschaft wurde am 19. April 1989 in Kitzingen auf Grund einer Satzungsänderung in “Veranstaltungsgesellschaft Fastnacht in Franken e. V.” umbenannt.
Die erste Ausstrahlung der Fernsehsitzung am 21.02.1987 aus Lichtenfels unter der Leitung des Präsidenten Albert Ehrhardt war ein riesiger Erfolg und erhielt viele zustimmende Zuschauerbriefe.
Die nächste Sendung sollte turnusgemäß aus Mittelfranken ausgestrahlt werden, wofür sich nur die Paul-Metz-Halle in Zirndorf als fernsehgerecht anbot. Aus den Erfahrungen von Lichtenfels, vor Ort keine dem Verband angehörende Gesellschaft zu haben, wurde dieser Vorschlag wieder verworfen.
Daraufhin bot der Carneval Club 1966 Veitshöchheim an, die Mainfrankensäle für die Fernsehsitzung am 5. Februar 1988 frei zu machen und tatkräftig an den Vorbereitungen mit zu wirken. Diesem Vorschlag stimmte der BR zu. Schon zwei Wochen vor dem Sendetermin begannen die Vorbereitungen zur Sendung, die wiederum Albert Ehrhardt moderieren sollte. Wegen eines Trauerfalles im engsten Familienkreis und der deshalb wenige Tage vor der Sendung stattgefundenen Beerdigung war ihm aber nicht möglich die Fernsehsitzung durchzuführen. Das Präsidium entschied sich daraufhin in einer eilends angesetzten Beratung für Hans-Joachim Schumacher (Kitzingen), dem Vizepräsidenten des Bundes Deutscher Karneval. e.V. , der sich auch bereit erklärte, diese Fernsehveranstaltung zu leiten. Es folgten daraufhin noch weitere Sendungen unter seiner Leitung.
Ab dem 4. Februar 1994 leitete Detlef Wagenthaler die Sendung bis zum 28. Januar 2005. Seit 17. Februar 2006 führt Bernd Händel aus Nürnberg als Sitzungspräsident durch die TV-Sendung “Fastnacht in Franken”.
Seit ihrer Entstehung steigen die Zuschauerzahlen Jahr für Jahr an und ist inzwischen eine der meist gesehenen und beliebtesten Unterhaltungssendungen zur Faschingszeit im Deutschen Fernsehen.