Gedanken zur Jugendarbeit aus dem Jugendleiterseminar 1998 des FVF Bezirk Mittelfranken

Wir alle betreiben in unseren Vereinen Jugendarbeit. Aber haben wir uns schon einmal Gedanken darüber gemacht, was Jugendarbeit ist?

Unter dem Begriff Jugendarbeit ist im Brockhaus zu finden:

Jugendarbeit: Die Erwerbsarbeit von Kindern und Jugendlichen, geregelt durch das Jugendschutzgesetz. Danach ist die Erwerbsarbeit von Kindern grundsätzlich verboten.

Unter Absatz zwei zum gleichen Begriff steht:

Sammelausdruck für Jugendfürsorge und Jugendpflege.

Diese Definition beschreibt am Nähesten die von uns geleistete Jugendarbeit. Jeder von uns weiß aber auch, dass Jugendarbeit viel "Arbeit" für den bedeutet, der sie betreibt.

Derjenige, der in den Vereinen die Jugendarbeit betreibt, wird zumeist als Jugendleiter oder -beauftragter bezeichnet. Auch zu diesem Begriff findet sich eine Definition im Brockhaus:

Jugendleiter: Hauptamtlich tätige, auf Sozialschule ausgebildete Kraft für Jugendwohlfahrtsarbeit.

Aber diese Voraussetzungen erfüllen wohl die wenigsten von uns. Die meisten betreiben Jugendarbeit wahrscheinlich, weil ihnen der Umgang mit den Kindern und Jugendlichen Spaß macht.

Aufgaben eines Jugendleiters: Er/Sie soll das Bindeglied zwischen Vorstandschaft und Jugend sein. Die Wünsche, Anregungen und auch Beschwerden, beider Seiten, weiterleiten, koordinieren und vermitteln.

Der ideale Jugendleiter sollte die Trends und Wünsche der Jugend erkennen und umsetzen, er spricht die "Sprache" der Jugendlichen. Er kennt die Grenzen seiner Arbeit, weiß was er tun darf und was er tun muss, um nicht mit den Gesetzen in Konflikt zu kommen. Er soll auch ein Vorbild für die Jugendlichen sein.

Warum betreibt ein Verein eigentlich Jugendarbeit? Es wäre doch viel einfacher ohne Jugend. Die Jugend kostet dem Verein mehr Geld, als er durch öffentliche Zuschüsse bekommt. Außerdem machen Jugendliche immer Ärger. So könnte die Meinung in vielen Vereinen aussehen. Jedoch haben die meisten bereits eingesehen, dass ihnen die Jugendarbeit mehr bringt als sie kostet.

Jeder Verein kann aus der Jugend Nutzen ziehen. So bringen jugendliche Mitglieder auch oft erwachsene Mitglieder, sprich deren Eltern. Außerdem rekrutiert sich der Nachwuchs der Erwachsenen-Gruppen häufig aus den Jugendgruppen. Für uns heißt das, dass viele Mädchen, die in der Aktivengarde tanzen, bereits in der Jugend- und Juniorengarde getanzt haben. Und auch ehemalige Gardemädchen bringen ihre Kinder in unsere Garden. Es ist also wichtig, Jugendarbeit zu betreiben, damit der Verein nicht überaltert.

Aber die Jugendarbeit in Karnevals-Vereinen sollte nicht nur aus Training und Auftritten bestehen. Vielmehr bedarf es einer Jugendarbeit übers ganze Jahr, um die Kids bei der Stange zu halten und um die Gemeinschaft zu festigen.

Ein weiterer Aspekt der Jugendarbeit in Karnevals-Vereinen sollte sein, Kinder und Jugendliche, die nicht unbedingt fürs Tanzen geeignet sind, durch andere Aufgaben und Aktivitäten in den Vereinen einzubinden. Denn welcher Verein kann es sich leisten, Mitglieder zu verlieren.

Darum bin ich der Meinung, es ist wichtig und von Nutzen für unsere Vereine, eine gute Jugendarbeit zu leisten, denn

nur wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft!


Jugendleiterseminar des FVF, Bez. Mittelfranken, 1998, Susanne Nix